Trockenheitsresiliente Pflanzen: So bleibt der Garten auch in heißen Sommern attraktiv
- Gärtnerei Köstler

- 9. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Heiße Tage, lange Trockenperioden und ausbleibender Regen stellen unsere Gärten zunehmend vor Herausforderungen. Gerade in Bayern war die Situation 2026 besonders deutlich zu spüren: Seit dem Frühjahr lagen die Niederschläge vielfach unter den langjährigen Monatsdurchschnitten, gleichzeitig wurden überdurchschnittlich hohe Temperaturen gemessen. Im Raum Augsburg sank die Bodenfeuchte zeitweise auf weniger als 20 Prozent der nutzbaren Feldkapazität in 0 bis 60 Zentimetern Tiefe – der langjährige Vergleichswert für diesen Zeitraum liegt bei 60 bis 70 Prozent.
Für Gartenbesitzer bedeutet das: Die Auswahl der Pflanzen wird immer wichtiger. Wer Stauden und Gehölze passend zu Standort und Boden auswählt, kann den Wasserbedarf seines Gartens deutlich reduzieren – und sich trotzdem über abwechslungsreiche Beete, lange Blütezeiten und attraktive Strukturen freuen.
Warum trockenheitsverträgliche Pflanzen immer wichtiger werden
Trockenheit betrifft längst nicht mehr nur einzelne besonders heiße Sommertage. Hohe Temperaturen in Kombination mit geringen Niederschlägen können die Wasservorräte im Boden stark reduzieren. Im Sommer 2026 wurde für Bayern beispielsweise ein Niederschlagsdefizit von rund 32 Prozent angegeben. Gleichzeitig zeigten zahlreiche Grundwassermessstellen niedrige Verhältnisse.
Das macht einen bewussten Umgang mit Wasser auch im Garten sinnvoll. Dabei geht es nicht darum, vollständig auf das Gießen zu verzichten. Vielmehr sollten Pflanzen, Standort, Boden und Bewässerung möglichst gut zusammenpassen.
Auch im professionellen Gartenbau wird deshalb empfohlen, Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf zusammenzustellen, Pflanzflächen zu mulchen und Wasser gezielt einzusetzen. Besonders günstig ist das Gießen in den frühen Morgenstunden, weil dadurch Verdunstungsverluste reduziert werden können.

Die richtige Pflanze für den richtigen Standort
Der wichtigste Schritt zu einem trockenheitsresilienteren Garten beginnt bereits vor dem Pflanzen. Ein sonniges Beet mit durchlässigem Boden verlangt nach anderen Pflanzen als ein halbschattiger Bereich.
Für warme, sonnige und eher trockene Standorte eignen sich beispielsweise viele Stauden und Halbsträucher, die ursprünglich aus trockeneren Lebensräumen stammen. Dazu gehören Fetthenne (Sedum), Blauraute (Perovskia), Salbei (Salvia), Lavendel (Lavandula), Thymian (Thymus), Wollziest (Stachys byzantina) oder Bartblume (Caryopteris).
Sie bringen unterschiedliche Wuchsformen, Blattstrukturen und Blütezeiten ins Beet und lassen sich deshalb hervorragend miteinander kombinieren.
Unsere Favoriten für sonnige und trockene Plätze
Fetthenne (Sedum) ist ein Klassiker für sonnige Standorte. Ihre fleischigen Blätter können Wasser speichern. Gleichzeitig sorgt ihre späte Blüte für Farbe, wenn viele andere Stauden bereits verblüht sind.
Blauraute (Perovskia) liebt Wärme und Sonne. Ihre filigranen blauvioletten Blütenstände verleihen Pflanzungen eine leichte, fast mediterrane Wirkung.
Salbei (Salvia) darf in einem sonnigen Staudenbeet ebenfalls kaum fehlen. Verschiedene Arten und Sorten bieten intensive Blütenfarben und lassen sich hervorragend mit anderen trockenheitsverträglichen Stauden kombinieren.
Lavendel und Thymian bringen nicht nur mediterranes Flair in den Garten. Beide bevorzugen sonnige, durchlässige Standorte und kommen nach dem Anwachsen vergleichsweise gut mit trockenen Phasen zurecht.
Wollziest (Stachys byzantina) fällt besonders durch seine silbrig behaarten Blätter auf. Gerade diese Blattstruktur macht ihn optisch zu einem schönen Kontrast zu grünen Stauden.
Für flachere Bereiche, Mauern und Beetränder kommen außerdem Blaukissen (Aubrieta), Berg-Steinkraut (Alyssum montanum) und Polster-Phlox (Phlox subulata) infrage.

Auch Struktur gehört in einen trockenen Garten
Ein abwechslungsreicher Garten lebt nicht allein von blühenden Stauden. Kleinere Gehölze und Halbsträucher geben Beeten Höhe und Struktur.
Je nach Standort können beispielsweise Berberitze, Zwergmispel, Santolina oder Rosmarin eingesetzt werden. Wichtig ist auch hier, die jeweiligen Ansprüche der Art und Sorte zu berücksichtigen. Nicht jede Pflanze, die vorübergehende Trockenheit verträgt, eignet sich automatisch für jeden trockenen Standort.
Das gilt insbesondere für Pflanzen wie Heuchera, Heidekraut oder Lavendelheide: Hier spielen neben der Wasserversorgung auch Lichtverhältnisse, Bodenart und pH-Wert eine wichtige Rolle.
Weniger gießen – aber richtig
Selbst trockenheitsverträgliche Pflanzen brauchen Wasser. Das gilt besonders unmittelbar nach der Pflanzung. Erst wenn sich ein ausreichend großes Wurzelsystem entwickelt hat, können Pflanzen trockene Perioden besser überstehen.
Statt häufig nur die obersten Zentimeter des Bodens anzufeuchten, sollte Wasser möglichst gezielt eingesetzt werden. Auch eine Mulchschicht kann dazu beitragen, die Verdunstung an der Bodenoberfläche zu reduzieren. Im professionellen Gartenbau werden außerdem wasserspeichernde Substrate und die Gruppierung von Pflanzen nach ihrem Wasserbedarf als Möglichkeiten genannt, den Bewässerungsbedarf zu senken.
Dabei ist allerdings auch ein Zuviel an Wasser problematisch: Dauerhaft nasse und schlecht durchlüftete Substrate können Wurzeln belasten und das Auftreten von Krankheiten begünstigen. Fachinformationen zur Kulturführung weisen beispielsweise ausdrücklich auf die Risiken von übermäßigen Wassergaben, verdichteten Substraten und schlechtem Wasserabfluss hin.

Trockenheitsresilienz beginnt beim Boden
Ein guter Gartenboden sollte Wasser aufnehmen und speichern können, ohne dass dauerhaft Staunässe entsteht. Deshalb lohnt es sich, vor einer Neupflanzung zunächst den vorhandenen Boden genauer anzusehen.
Bei Pflanzen für trockene, sonnige Standorte ist eine ausreichende Drainage besonders wichtig. Gleichzeitig sollte man den Boden nicht pauschal möglichst „trocken“ machen: Auch trockenheitsverträgliche Pflanzen benötigen während der Anwachsphase eine zuverlässige Wasserversorgung.
Die Kombination aus passender Pflanzenauswahl, gut vorbereitetem Boden, Mulchen und gezieltem Gießen ist deshalb wesentlich wirkungsvoller als eine einzelne Maßnahme.
Ein schöner Garten trotz Trockenheit
Ein trockenheitsresilienter Garten muss weder karg noch eintönig aussehen. Ganz im Gegenteil: Mit Fetthenne, Salbei, Blauraute, Sonnenhut, Wollziest, Lavendel und passenden Strukturpflanzen entstehen abwechslungsreiche Pflanzungen mit unterschiedlichen Farben, Höhen und Blütezeiten.
Und der Vorteil wird mit jedem heißen Sommer deutlicher: Pflanzen, die zu ihrem Standort passen, benötigen weniger zusätzliche Unterstützung und machen den Garten insgesamt robuster.
Wer seinen Garten in Grafing und Umgebung Schritt für Schritt an wärmere und trockenere Sommer anpassen möchte, kann bereits bei der nächsten Beetgestaltung damit beginnen.
Wir von der Gärtnerei Köstler beraten Sie gerne bei der Auswahl geeigneter Stauden und Gehölze und helfen Ihnen dabei, die passenden Pflanzen für Ihren Standort zu finden.
Denn ein zukunftsfähiger Garten beginnt vor allem mit einer einfachen Frage: Welche Pflanze passt wirklich an diesen Platz?



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